Die andere Seite des
Mondes

ein Film von Robert Lepage

Starttermin: 29. Juni 2006

 

Philippe hat Witz, ist intelligent und träumt von der Raumfahrt - allerdings auch noch mit 40. Für ein glückliches Leben auf der Erde, in Montreal und immer noch der Wohnung seiner Eltern scheint der Träumer zu sensibel. Nach dem Tod seiner Mutter gerät Philippe vollends durcheinander, schließlich muß er sich auseinandersetzen mit dem Leben, ihrem Goldfisch, einem Kosmonauten und seinem Bruder André - einem demonstrativ erfolgreichen Menschen vom Planeten Fernsehen...

Die wundervoll geschriebene Komödie gleitet als eleganter Bilderbogen vom Jetzt in die Vergangenheit und kümmert sich nicht nur um den kosmonautischen Wettstreit der 50er Jahre. Nebenbei suchen wir mit dem traurigen, witzigen, verspielten, poetischen Philippe nach unserem Platz zwischen all den Planeten und im Leben.

 

Pressenotiz

Der Kanadier Robert Lepage gilt als Kanadas begehrtester “Kulturexport” und genialischer Theatermacher von Weltruf. DIE ANDERE SEITE DES MONDES (“La face cachée de la lune”) beruht auf seinem gleichnamigen, auch in Deutschland bekannten Theaterstück. Erstmals spielt der Regisseur Lepage auch in einem eigenen Film: dafür gleich eine Doppelrolle. Er nimmt uns mit auf eine filmische Reise nach Québec, zu den Sternen und in die Welt eines verzagten Träumers - zur Filmmusik von Benoît Jutras, bekannt durch seine Zusammenarbeit mit dem Cirque du Soleil.

 

Katalog Berlinale

“Bevor Galileo Galilei sein Teleskop auf den Mond richtete, hielt die Welt den Mond für einen riesigen, glattpolierten Spiegel und die schattenhaften Gebilde und rätselhaften Umrisse, die darauf sichtbar waren, für Reflektionen der Bergketten und Meere der Erde. Erst viel später startete die damalige Sowjetunion eine Sonde, die den Mond umkreisen und Fotos von der unbekannten Rückseite machen sollte. Diese Bilder zeigten einer erstaunten Menschheit die immer erdabgewandte Mondrückseite, gezeichnet und zerfurcht, zerschlagen vom Bombardement zahlloser Meteoriten und dem Hagel kosmischer Trümmer. Viele Jahre lang wurde die Rückseite des Mondes von amerikanischen Wissenschaftlern die ‘entstellte’ Seite des Mondes genannt. Vielleicht darum, weil diese lunare Landschaft nach sowjetischen Kosmonauten, Dichtern und Erfindern benannt worden ist.”

In Robert Lepages Bühnenstück und Filminszenierung ist der kosmonautische Wettlauf der konkurrierenden Systeme nun auf einen Bruderkonflikt heruntergebrochen: Philippe, der Ältere und Nachdenklichere, ist ein Bewunderer des russischen Wissenschaftlers Konstantin Tsiolkovskij – sein oberflächlicherer Bruder André arbeitet als Wetteransager beim Fernsehen. Nach dem Selbstmord ihrer nierenkranken Mutter sind die zerstrittenen Brüder gezwungen, Kontakt miteinander aufzunehmen.

Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend verbinden sich auf Robert Lepages filmischer Reise in andere Welten mit Stationen des interstellaren Konflikts zwischen Sowjets und Amerikanern. Und mit der grundlegenden Frage: „Sind wir die Einzigen im All?“
54. Internationale Filmfestspiele Berlin 2004, Panorama

 

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